Gewerbegebiet

Ich laufe jetzt regelmäßig. Nicht im Wald, nicht im Park, sondern im Gewerbegebiet gegenüber. Das klingt traurig, ist es aber nicht. Es gibt dort breite Straßen, wenig Verkehr am frühen Abend, und niemand schaut einen an, weil kaum jemand da ist.

Die Ästhetik ist konsequent: Wellblech, Parkplätze, ein paar magere Thujen. Dazwischen manchmal ein kleines Ladenlokal mit fremdem Buchstaben. Ein afrikanischer Supermarkt, ein polnischer Imbiss, eine Fahrschule. Die Nebenwelten einer Vorstadt.

Ich habe gemerkt, dass ich hier besser denken kann als im Grünen. Der Wald ist voll von Angeboten für die Aufmerksamkeit. Das Gewerbegebiet fordert nichts von mir. Das ist ein unerwartetes Geschenk.