Jung, erster Eindruck

Ich habe mit den *Erinnerungen, Träume, Gedanken* angefangen. Bisher zwanzig Seiten. Was mir sofort auffällt: Wie ernst dieser Mann sich selbst nimmt. Nicht eitel, aber ernst. Er behandelt seine Kindheit, als wäre sie ein Material, mit dem man wirklich arbeiten kann.

Ich frage mich, ob wir das verlernt haben. Nicht das Erinnern, sondern das Ernstnehmen. Wir erinnern uns dauernd, in Anekdoten, in Therapiestunden, in Freundesgesprächen, aber meistens mit einer halben Ironie, damit das Erinnerte nicht zu viel Gewicht bekommt.

Jung erlaubt sich Gewicht. Das wirkt altmodisch und befreiend zugleich. Ich weiß noch nicht, ob ich ihm folgen kann, aber ich will ihn erstmal zu Ende hören.