Tagbuchschreiben ist wie bewusstes Träumen. Das Gehirn sortiert und verarbeitet Erlebtes und reinigt sich im Schlaf. Diese Funtion hat auch das Tagebuchschreiben, allerdings findet hierbei keine wirklich physiologische Reinigung statt.
An meine Träume kann ich mich selten erinnern oder es bleibt ein verblassendes Bild und ich merke beim Aufwachen, wie es verblasst. Ich kann mir die Träume bewusst zurückholen, aber es ist mir ja ganz recht, dass sie verblassen. Ein Träumen, von dem ich nichts merke, hat seine Funktion erfüllt. Träume, die einen belasten oder beschäftigen, wirken unverarbeitet.
Die Träume, an die ich mich lebhaft beim Aufwachen erinnern konnte, waren romantische oder erotische Träume, sie waren sehr intensiv und die Intensität ihrer Wirkung überraschte mich selbst. Ich hätte sie gerne genommen und in einem Schraubglas verwahrt, damit sie bei mir bleiben. Wenn ich sie aufgeschrieben habe und später nachlas, wirkten sie wie tote Insekten, die man in einem Glaskasten aufbewahrt.
Manchmal wünschte ich mir schöne Träume, weil die Erlebnisse und Gefühle beim Träumen so intensiv sind. Ich merke daran, wie Bilder und Gefühle alleine ausreichen können, um ein Gefühl von Realität haben zu können. Deshalb ist das Tagträumen so attraktiv. Ich höre in meinen Träumen sogar Musik, die schöner ist als jede Musik, die ich in Wirklichkeit gehört habe, nur aufgrund des Gefühls.
Ich rieche unglaublich gerne, und das geht im Schlaf nicht. Ich habe noch nie Geruch geträumt, das macht die Wirklichkeit für mich interessant. Ich fühle auch gerne über die Haut. Berührungen erregen die Sinne, beruhigen sie oder fühlen sich unangenehm an, bis hin zum Schmerz. Schmerz kann das gesamte Leben beeinträchtigen. Die Grenze zwischen Schmerz und Erregung kann verschwommen sein.
Ich habe vergessen, was ich vorhin geträumt habe. Wenn ich aufwache, strömen Gedanken durch meinen Kopf. Eine Morgenroutine hilft mir, mich zu sortieren und auf die Aufgaben vorzubereiten, die vor mir liegen.

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